Als ich heute früh aufwachte bot sich mir ein ungewohntes
Bild. Nicht nur weil ich auf einen grün bewaldeten Berg schaute, sondern vor
allem, weil der Himmel voller Wolken war und die Wolken bis in die Bergspitzen
hingen. Das Frühstück war wie erwartet spanisch – man könnte es auch mit
minimalistisch beschreiben.
Der Beginn meiner Etappe verlief weiter talabwärts entlang
eines Flusses. Während das Tal im Bereich der Orte Potes und Ojedo eher breit
war, wurde je weiter ich die Straße hinab fuhr zunehmend eine Schlucht daraus.
Die Berge bzw. Felsen verliefen fast vertikal mehrere hundert Meter in die
Höhe. In der Schlucht war gerade noch Platz für den Fluss und die Straße.
Kurzfristig hat mir ein andere Rennradfahrer Windschatten gegeben. Der war aber trotzdem noch recht schnell unterwegs und auf weniger als 1m wollte ich ihm auch nicht hinten auf fahren - die Straße war doch etwas uneben und im bei so geringem Abstand sieht man selber nichts mehr (auch wenn er mir immer brav angezeigt hat). Also ließ ich ihn nach ein paar km wieder ziehen.
So ging es dahin auf einer kurvigen aber nicht mehr
wirklich steilen Straßen. Nach rund 30 Kilometern öffnete sich das Tal immer
mehr bis ich aus den Bergen heraus war und ungefähr Meereshöhe erreicht hatte.
Vom Meer selber war aber weiterhin nichts zu sehen. Und so
wie es schon an der Mittelmeerküste war – sobald man in Spanien an die Küste
kommt gibt es wieder Leben und Staus in den Ortschaften.
Die nächsten Kilometer ging es nicht sehr spannend eher an
großen Straßen entlang und dann – zumindest aus der Ferne erahnbar – sah ich erstmals
das Meer.
Dass irgendwo auch die Höhenmeter, die mir der Routenplaner
zeigte herkommen mussten spürte ich. So wie erwartet ging es ziemlich auf und
ab (wie steil sieht man ganz gut auf dem Diagramm unten - ich erreiche immer wieder rd. 50 km/h und mehr auf den kurzen Abfahren). Die Sonne schaute nur hin und wieder durch die Wolken, die Temperatur lag
irgendwo bei ca. 25°C.
Es boten sich aber auch immer wieder schöne Ansichten/Aussichten
wenn ich runter in die Badeorte fuhr. Mich erinnerte dies hier alles sehr an die
Normandie.
Hin und wieder lotst mich aber auch komoot etwas
merkwürdig. Erst musste weg von der Hauptstraße ich recht steil hinauf, um dann
einen – ich würde es asphaltieren landwirtschaftlichen Versorgungsweg nennen –
zu fahren, der parallel zur Hauptstraße verlief, um kurz danach wieder auf
dieser weiter zu fahren…..
Ich stelle fest, dass das Licht nicht optimal war zum Fotografieren
oder die Kamera damit einfach nicht wirklich klarkommt. Insbesondere durch das
Gegenlicht erkennt man auf vielen Fotos kaum etwas.
Exkurs: Wo ich gerade bei den Fotos bin. Es sind immer
wieder einige dabei, die recht schief sind oder etwas verwackelt sind. Das
liegt daran, dass die Fotos, die ich nicht in den Orten am Abend aufgenommen
habe, mehr oder weniger alle während der Fahrt gemacht sind. Ich habe die
Kamera (bzw. eigentlich nur das Täschchen) dazu am Vorbau befestigt und nehme
sie dann während der Fahrt aus dem Täschchen, schalte sie ein, mache ein Foto
meist ohne auf das Display zu schauen und stecke sie wieder weg. Da ich
gleichzeitig ja auch die Straße im Blick haben muss kann ich erstens nicht
immer Fotos machen (zB auf schnellen Abfahren oder in Städte, in denen Verkehr
ist) und zweitens sind die Motive daher nicht immer ganz perfekt in Szene
gesetzt. Aber für jedes Foto (im Schnitt sind es doch so 35 pro Tag (ohne Abend))
anzuhalten und wieder losfahren ist mir auch zu kompliziert. Da würden mich die
Fotos ja alleine eine halbe Stunde zusätzlich kosten. Das nur als kurze
Erklärung warum sie teilweise nicht so ganz toll sind.
Während meiner Mittagspause verzogen sich die Wolken immer
mehr und auf den letzten 30 Kilometern hatte ich dann wieder den gewohnten
blauen Himmel.
Hier in Santander wohne ich wie erwähnt wieder über airbnb
bei einer Frau und ihrer ca. 12 Jahre alten Tochter. Und es ist wieder ein
Kinderzimmer… Die vermieten die Leute hier scheinbar, um sich etwas dazu zu
verdienen. Irgendwie ist das schon ein wenig befremdlich in einem fremden
Badezimmer zu duschen und im Kinderzimmer von irgendwem zu schlafen. Aber außer,
dass in einem Hotel niemand fix wohnt ist es eigentlich kein Unterschied. Die
Gastgeberin selber sprich wieder überhaupt kein Englisch, ihre Tochter hingegen
relativ gut. Sie übersetzt und erklärt mir alles. Sie hat dann auch gleich
einmal die Gelegenheit genutzt, dass ich mich mit Fahrrädern auskennen könnte
und mich ihr Fahrrad (was genauso wie meins in der Wohnung parken darf)
reparieren lassen.
Im Ausgleich dafür durfte ich die Waschmaschine nutzen. So
habe ich mir wieder einmal das Waschen von Hand gespart. Wobei das Waschen
weniger das Problem ist, als das Trocknen hinterher. Es tropft einfach immer
noch recht lang hinterher und wenn ich keine Terrasse habe, ist das nicht
wirklich optimal.
Und weil die Waschmaschine irgendwie ewig wäscht habe ich diesen
Text einmal nicht in einem Restaurant, sondern in meinem Kinderzimmer verfasst.
Dies verfügt übrigens über einen sensationellen Blick auf die Bucht, an der
Santander gelegen ist.
Und gerade, als die Waschmaschine offenbar fertig war, habe
ich etwas Falsches gedrückt und sie hat wieder angefangen zu waschen.
Vielleicht hätte ich doch besser Rei in der Tube vertrauen sollen…
Santander war ach wieder sehr interessant - gibt aber keine besondere Geschichte - daher nur die Fotos.
Alle Fotos gibt es hier:
Tourdaten: (ich hatte gestern bei
den Tourgesamtkilometern einen Fehler – deswegen jetzt der Sprung)
Tageskilometer: 110 km
Gesamtkilometer Tour: 932 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 23,0 km/h
Maximalgeschwindigkeit: 64,5 km/h
Höhenmeter aufwärst:
1.350 m
Höhenmeter abwärts: 1.570 m
Maximal Höhe: 346 m
Trittfrequenz durchschnittlich: 74 upm
Trittfrequenz maximal: 112 upm
Puls durchschnittlich: n/a
Puls maximal: n/a
Fahrzeit: 4:46 h
Ausblick auf morgen:
Es geht weiter nach Bilbao. Wieder nur eine vergleichsweise
kurze Etappe aber wieder mit vielen kurzen Anstiegen. Ich bin noch nicht sicher, ob ich mich da freuen soll..
Hier wieder der Link zur morgigen Tour:
Tageskilometer: 109 km
Höhenmeter aufwärts:
1.500 m
Höhenmeter abwärts: 1.500 m
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