Sonntag, 21. August 2016

10. Etappe: San Sebastian - Morcenx

Aufgrund des Regens hatte ich bis 12:15 gewartet bevor ich losgefahren bin. Und es zahlte sich aus. Die Straßen waren zwar noch nass, trockneten aber langsam ab. Leider hielt war die Freude nur von kurzer Dauer. Schon kurz nachdem ich San Sebastian verlassen hatte begann es zu tröpfeln. Da die Straße ohnehin schon nass war entschied ich mich zumindest die Überschuhe anzuziehen. Wenn es nass ist dann kommt das Wasser vor allem von unten – nämlich das, was das Vorderrad hinauf schleudert und dann am Unterrohr abprallt. Deswegen ist man bei Regen immer besonders bemüht nicht zu viel zu lenken denn sonst wird das Wasser nicht am Unterrohr aufgehalten, sondern spritzt bis zum Gesicht hinauf. Und je schneller man fährt, umso stärker ist der Effekt. Also möglichst wenig lenken.




Da war aber tatsächlich mein geringeres Problem denn mein Smartphone ich nicht wasserdicht! Ich hatte dazu ja extra eine wasserdichte Hülle gekauft, in die ich es hineinpacken wollte, um es dann mit dem Armgurt einfach irgendwie fest zu binden.

Ich hätte das alles vielleicht einmal probieren sollen. Fehler 1 war, dass ich das Smartphone nicht ganz trocken gemacht hatte als ich es in die Hülle gegeben habe. Zusammen mit der Wärme, die das Gerät erzeugt ist die Hülle recht schnell von innen beschlagen. Noch dazu hielt das mit dem Armgurt einfach nicht ordentlich am Lenker. Und ablesen oder bedienen ließ es sich so auch nicht besonders. Also habe ich wieder angehalten, es aus der Hülle genommen, weil der Regen unterdessen ohnehin schwächer geworden war und wieder wie gewohnt montiert.

Bis dahin fuhr ich wieder nur auf recht großen Straßen ohne besondere Highlights dahin.
Nachdem ich die französische Grenze passiert hatte wurde der Straßenverlauf wieder interessanter. Die Straße wurde für eine Zeit wieder zu einer Küstenstraße, die sich ähnlich der Tage zuvor an der Küste entlang schlängelte.





Nachdem mir immer mehr Autos mit eingeschaltetem Scheibenwischer entgegenkamen, probierte ich etwas aus. Ich sage es gleich vorweg – hat nicht funktioniert. Ich dachte mit einem Streifen Isolierband einfach das Smartphone abkleben zu können denn Lautsprecher, Mikrofon und Ladebuchse würde ich ohnehin nicht brauchen, die Schalter lassen sich auch mit Isolierband betätigen.




Mit der Befürchtung, dass der Regen stärker werden würde hatte ich leider recht. Es begann wirklich stark zu regnen und kühlte auf 17 Grad ab. Ich hatte mir weder eine Jacke, noch Arm- oder Beinlinge angezogen denn bei starkem Regen ist das alles nach ein paar Minuten nass und braucht zum Trocknen sicher länger als meine Haut.

So fuhr ich nun durch den strömenden Regen und das Wasser tropfte von meinem Kopf auf das Smartphone (und das sorgt, dafür, dass sich das Display immer wieder einschaltet.

Da ich meiner Klebebandlösung nicht so recht traute, nutzte ich einen Unterstand, um einmal zu schauen, ob noch alles trocken ist. Leider war nichts mehr trocken, so dass ich alles wieder ausgepackt habe, abgetrocknet habe und wieder in die wasserdichte Hülle gesteckt habe. Diese habe ich dann – wie es gedacht ist – auf den Arm geschnallt. War zwar nicht perfekt aber ich konnte zumindest bei den Kreisverkehren erkennen wohin ich fahren musste.

Da der Regen zu stark war habe ich um die Kamera nicht auch noch nass werden zu lassen keine Fotos gemacht. Wäre aber auch nicht so spannend geworden – war einfach starker Regen. Und so ging es dann ca. 1,5 Stunden weiter.




Und wenn ich mich sonst immer über Abfahrten freue – heute wäre ich froh gewesen, wenn es nur eben bzw. ansteigend gewesen wäre. Denn wie schon erwähnt – es spritzt die ganze Zeit das Wasser von der Straße bis ins Gesicht. Ich bin somit die ganze Zeit beschäftigt möglichst wenig von dem Schmutzwasser, in dem noch immer Sand mit dabei ist, in den Mund zu bekommen. Zusätzlich tropft es unentwegt vom Helm und Kopf hinunter. Teilweise fühlt es sich so an, als würde einen jemand eine Dusche ins Gesicht halten.

Glücklicher Weise hörte der Regen dann doch noch auf und die Sonne kam teilweise wieder durch. Das Gute an der Funktionsbekleidung ist, dass sie recht schnell wieder trocken wird.




Da ich ohnehin schon spät dran war und mich die vielen Stopps, um das Smartphone in die Hülle hinein, wieder hinaus, Klebeband drauf, wieder runter, die Überschuhe an- und auszuziehen,… noch zusätzlich Zeit gekostet hatten wurde die Pause gestrichen. Dabei hatte ich gestern und vorgestern schon tagsüber vergessen etwas zu essen, heute wurde es auch vorerst nichts damit.

Auch wenn ich heute wirklich wenig getrunken habe – irgendwann war das Wasser wieder aus und ich kaufte neues beim Lidl. Da hinter mir immer die Regenwolken lauerten wurde es nur ein 5 Minuten Stopp, während dem ich auch noch die Apfeltasche schnell essen musst, um möglichst gleich weiter zu fahren. Denn jeder Kilometer ohne Regen bedeutete ein potentieller Regenkilometer weniger.

Je später der Nachmittag wurde, umso besser wurde das Wetter. Ich fuhr nun parallel zur Autobahn auf einer Nebenstraße. Auch wenn solche Straßen nicht sehr spannend zum Fahren sind – ich war glücklich damit denn endlich konnte ich etwas Tempo machen. Durch das schlechte Wetter, zu Beginn noch einige Höhenmeter und die vielen Ortsdurchfahrten war meine bisherige Durchschnittsgeschwindigkeit recht gering. So konnte ich nun endlich einmal längere Strecken mit rd. 30 km/h fahren. Man sieht es auch am Chart unten wie viel höher die Geschwindigkeit zum Schluss hin war. Mit Seitenwind, teils leichtem Rückenwind ging es schnell voran – und dann auch wieder unter blauem Himmel.

So war ich zwar heute recht schnell unterwegs – die sehr späte Abfahrt konnte ich aber trotzdem natürlich nicht wieder aufholen. Entsprechend kam ich erst kurz nach 19 Uhr in meinem Hotel in Morcenx an. Ich war erst nicht sicher, ob ich nicht die falsche Adresse erwischt hatte denn es schaute eher nach einem Wohngebiet aus. Das höchste Haus war (2. Stockwerke) war dann aber doch das Hotel. Charmant kann man es als Retro bezeichnen. So stelle ich mir ein Hotel aus den 70iger Jahren vor.

Die Dame, die das Hotel führt (ich habe hier überhaupt nur sie gesehen bisher) teilte mir mit, dass es in der Gegend auch Restaurants gibt. Auch wenn ich viel von dem Französisch, dass ich einmal gelernt habe wieder vergessen habe – ich tue mich hier doch deutlich leichter als in Spanien. Viel sprechen kann ich nicht aber immerhin doch recht viel verstehen.
Ich ging also in Richtung Hauptplatz von Morcenx und hatte dieses Mal nicht das Problem der letzten Tage. Bei zu vielen Restaurants kann ich mich immer so schwer entscheiden welches ich nehme. Hier war es leichter denn es gab nur 5, von denen 3 geschlossen hatten. Die verbliebenen beiden, waren beides Pizzerien. Also nahm ich die, in der weniger los war. Dort teilte man mir aber mit, dass die Küche schon geschlossen hatte. So blieb nur die andere und dort erklärte mir man, dass sie schon zu viele Pizza Bestellungen haben und deswegen im Restaurant nur Nudeln machen können. So hatte sich auch die Auswahl der Speisen deutlich reduziert.

Sonst gab es in diesem Ort nicht wirklich etwas zu sehen. Meine Fotos zeigen alles, was kein Wohnhaus ist. Mehr als das, was um diesen Hauptplatz angeordnet war, gab es wirklich nicht.



Und scheinbar sitzt man hier auch nicht zusammen an einem Tisch, um sich zu unterhalten sondern man stellt die Autos nebeneinander und unterhält sich durch das offene Fenster.



Alle Fotos gibt es hier:


Tourdaten:


Tageskilometer: 145 km
Gesamtkilometer Tour: 1.311 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 25,8 km/h
Maximalgeschwindigkeit: 59,7 km/h
Höhenmeter aufwärts:  xxx m
Höhenmeter abwärts: xxx m
Maximal Höhe: 134 m
Trittfrequenz durchschnittlich: 81 upm
Trittfrequenz maximal: 115 upm
Puls durchschnittlich: n/a
Puls maximal: n/a
Fahrzeit: 5:36 h






Ausblick auf morgen:

Ich fahre nach Bordeaux. Die Etappe ist deswegen mit 108 km auch besonders kurz und noch dazu nahezu eben (200 m aufwärts). Hoffentlich es das Wetter besser.

Hier wieder der Link zur morgigen Tour:


Tageskilometer: 108 km
Höhenmeter aufwärts:  200 m
Höhenmeter abwärts: 270 m





  

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