Aufgrund des Regens hatte ich bis 12:15 gewartet bevor ich
losgefahren bin. Und es zahlte sich aus. Die Straßen waren zwar noch nass,
trockneten aber langsam ab. Leider hielt war die Freude nur von kurzer Dauer.
Schon kurz nachdem ich San Sebastian verlassen hatte begann es zu tröpfeln. Da
die Straße ohnehin schon nass war entschied ich mich zumindest die Überschuhe
anzuziehen. Wenn es nass ist dann kommt das Wasser vor allem von unten –
nämlich das, was das Vorderrad hinauf schleudert und dann am Unterrohr
abprallt. Deswegen ist man bei Regen immer besonders bemüht nicht zu viel zu
lenken denn sonst wird das Wasser nicht am Unterrohr aufgehalten, sondern
spritzt bis zum Gesicht hinauf. Und je schneller man fährt, umso stärker ist
der Effekt. Also möglichst wenig lenken.
Da war aber tatsächlich mein geringeres Problem denn mein
Smartphone ich nicht wasserdicht! Ich hatte dazu ja extra eine wasserdichte
Hülle gekauft, in die ich es hineinpacken wollte, um es dann mit dem Armgurt
einfach irgendwie fest zu binden.
Ich hätte das alles vielleicht einmal probieren sollen.
Fehler 1 war, dass ich das Smartphone nicht ganz trocken gemacht hatte als ich
es in die Hülle gegeben habe. Zusammen mit der Wärme, die das Gerät erzeugt ist
die Hülle recht schnell von innen beschlagen. Noch dazu hielt das mit dem
Armgurt einfach nicht ordentlich am Lenker. Und ablesen oder bedienen ließ es
sich so auch nicht besonders. Also habe ich wieder angehalten, es aus der Hülle
genommen, weil der Regen unterdessen ohnehin schwächer geworden war und wieder
wie gewohnt montiert.
Bis dahin fuhr ich wieder nur auf recht großen Straßen ohne
besondere Highlights dahin.
Nachdem ich die französische Grenze passiert hatte wurde
der Straßenverlauf wieder interessanter. Die Straße wurde für eine Zeit wieder
zu einer Küstenstraße, die sich ähnlich der Tage zuvor an der Küste entlang
schlängelte.
Nachdem mir immer mehr Autos mit eingeschaltetem
Scheibenwischer entgegenkamen, probierte ich etwas aus. Ich sage es gleich
vorweg – hat nicht funktioniert. Ich dachte mit einem Streifen Isolierband
einfach das Smartphone abkleben zu können denn Lautsprecher, Mikrofon und
Ladebuchse würde ich ohnehin nicht brauchen, die Schalter lassen sich auch mit
Isolierband betätigen.
Mit der Befürchtung, dass der Regen stärker werden würde
hatte ich leider recht. Es begann wirklich stark zu regnen und kühlte auf 17
Grad ab. Ich hatte mir weder eine Jacke, noch Arm- oder Beinlinge angezogen
denn bei starkem Regen ist das alles nach ein paar Minuten nass und braucht zum
Trocknen sicher länger als meine Haut.
So fuhr ich nun durch den strömenden Regen und das Wasser
tropfte von meinem Kopf auf das Smartphone (und das sorgt, dafür, dass sich das
Display immer wieder einschaltet.
Da ich meiner Klebebandlösung nicht so recht traute, nutzte
ich einen Unterstand, um einmal zu schauen, ob noch alles trocken ist. Leider
war nichts mehr trocken, so dass ich alles wieder ausgepackt habe, abgetrocknet
habe und wieder in die wasserdichte Hülle gesteckt habe. Diese habe ich dann –
wie es gedacht ist – auf den Arm geschnallt. War zwar nicht perfekt aber ich
konnte zumindest bei den Kreisverkehren erkennen wohin ich fahren musste.
Da der Regen zu stark war habe ich um die Kamera nicht auch
noch nass werden zu lassen keine Fotos gemacht. Wäre aber auch nicht so
spannend geworden – war einfach starker Regen. Und so ging es dann ca. 1,5
Stunden weiter.
Und wenn ich mich sonst immer über Abfahrten freue – heute
wäre ich froh gewesen, wenn es nur eben bzw. ansteigend gewesen wäre. Denn wie
schon erwähnt – es spritzt die ganze Zeit das Wasser von der Straße bis ins
Gesicht. Ich bin somit die ganze Zeit beschäftigt möglichst wenig von dem
Schmutzwasser, in dem noch immer Sand mit dabei ist, in den Mund zu bekommen. Zusätzlich
tropft es unentwegt vom Helm und Kopf hinunter. Teilweise fühlt es sich so an,
als würde einen jemand eine Dusche ins Gesicht halten.
Glücklicher Weise hörte der Regen dann doch noch auf und
die Sonne kam teilweise wieder durch. Das Gute an der Funktionsbekleidung ist,
dass sie recht schnell wieder trocken wird.
Da ich ohnehin schon spät dran war und mich die vielen
Stopps, um das Smartphone in die Hülle hinein, wieder hinaus, Klebeband drauf,
wieder runter, die Überschuhe an- und auszuziehen,… noch zusätzlich Zeit
gekostet hatten wurde die Pause gestrichen. Dabei hatte ich gestern und
vorgestern schon tagsüber vergessen etwas zu essen, heute wurde es auch vorerst
nichts damit.
Auch wenn ich heute wirklich wenig getrunken habe –
irgendwann war das Wasser wieder aus und ich kaufte neues beim Lidl. Da hinter
mir immer die Regenwolken lauerten wurde es nur ein 5 Minuten Stopp, während
dem ich auch noch die Apfeltasche schnell essen musst, um möglichst gleich
weiter zu fahren. Denn jeder Kilometer ohne Regen bedeutete ein potentieller
Regenkilometer weniger.
Je später der Nachmittag wurde, umso besser wurde das
Wetter. Ich fuhr nun parallel zur Autobahn auf einer Nebenstraße. Auch wenn
solche Straßen nicht sehr spannend zum Fahren sind – ich war glücklich damit denn
endlich konnte ich etwas Tempo machen. Durch das schlechte Wetter, zu Beginn
noch einige Höhenmeter und die vielen Ortsdurchfahrten war meine bisherige
Durchschnittsgeschwindigkeit recht gering. So konnte ich nun endlich einmal
längere Strecken mit rd. 30 km/h fahren. Man sieht es auch am Chart unten wie
viel höher die Geschwindigkeit zum Schluss hin war. Mit Seitenwind, teils
leichtem Rückenwind ging es schnell voran – und dann auch wieder unter blauem
Himmel.
So war ich zwar heute recht schnell unterwegs – die sehr
späte Abfahrt konnte ich aber trotzdem natürlich nicht wieder aufholen.
Entsprechend kam ich erst kurz nach 19 Uhr in meinem Hotel in Morcenx an. Ich
war erst nicht sicher, ob ich nicht die falsche Adresse erwischt hatte denn es
schaute eher nach einem Wohngebiet aus. Das höchste Haus war (2. Stockwerke)
war dann aber doch das Hotel. Charmant kann man es als Retro bezeichnen. So
stelle ich mir ein Hotel aus den 70iger Jahren vor.
Die Dame, die das Hotel führt (ich habe hier überhaupt nur
sie gesehen bisher) teilte mir mit, dass es in der Gegend auch Restaurants
gibt. Auch wenn ich viel von dem Französisch, dass ich einmal gelernt habe
wieder vergessen habe – ich tue mich hier doch deutlich leichter als in
Spanien. Viel sprechen kann ich nicht aber immerhin doch recht viel verstehen.
Ich ging also in Richtung Hauptplatz von Morcenx und hatte
dieses Mal nicht das Problem der letzten Tage. Bei zu vielen Restaurants kann
ich mich immer so schwer entscheiden welches ich nehme. Hier war es leichter
denn es gab nur 5, von denen 3 geschlossen hatten. Die verbliebenen beiden,
waren beides Pizzerien. Also nahm ich die, in der weniger los war. Dort teilte
man mir aber mit, dass die Küche schon geschlossen hatte. So blieb nur die
andere und dort erklärte mir man, dass sie schon zu viele Pizza Bestellungen
haben und deswegen im Restaurant nur Nudeln machen können. So hatte sich auch
die Auswahl der Speisen deutlich reduziert.
Sonst gab es in diesem Ort nicht wirklich etwas zu sehen.
Meine Fotos zeigen alles, was kein Wohnhaus ist. Mehr als das, was um diesen
Hauptplatz angeordnet war, gab es wirklich nicht.
Und scheinbar sitzt man hier auch nicht zusammen an einem
Tisch, um sich zu unterhalten sondern man stellt die Autos nebeneinander und
unterhält sich durch das offene Fenster.
Alle Fotos gibt es hier:
Tourdaten:
Tageskilometer: 145 km
Gesamtkilometer Tour: 1.311 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 25,8 km/h
Maximalgeschwindigkeit: 59,7 km/h
Höhenmeter aufwärts:
xxx m
Höhenmeter abwärts: xxx m
Maximal Höhe: 134 m
Trittfrequenz durchschnittlich: 81 upm
Trittfrequenz maximal: 115 upm
Puls durchschnittlich: n/a
Puls maximal: n/a
Ausblick auf morgen:
Ich fahre nach Bordeaux. Die Etappe ist deswegen mit 108 km
auch besonders kurz und noch dazu nahezu eben (200 m aufwärts). Hoffentlich es
das Wetter besser.
Hier wieder der Link zur morgigen Tour:
Tageskilometer: 108 km
Höhenmeter aufwärts:
200 m
Höhenmeter abwärts: 270 m
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