Heute ist ein 13. Und das ist ein Datum, mit dem ich nie so
recht Glück habe. Ich bin gestern am Abend mit diesem extrem langsamen Internet
ja schon verzweifelt. Als ich aber heute früh mein Hotel noch schnell buchen
wollte wurde es wirklich mühsam.
So waren nämlich plötzlich alle Hotels in Zamora ausgebucht
bis auf eines. Und 160 EUR ohne Frühstück für ein Hotel mit bloß einem 8,4
Ranking bei booking.com zu nehmen widerstrebte mir einfach extrem. Aber
außerhalb wohnen wollte ich auch nicht – hatte ich doch schließlich extra meine
Etappen jetzt so eingeteilt, dass ich in Städten sein würde.
So dachte ich, dass ich doch schnell einmal über Airbnb
etwas finden konnte. Etwas zu finden war nicht weiter schwierig. Das buchen
dann schon mehr. Jeder, der einmal vor haben sollte mit Airbnb etwas zu buchen
und noch nicht angemeldet ist, sollte die Anmeldung besser vorher machen. Man
muss nicht nur Kreditkartedaten angeben, sondern auch noch eine Passverifikation
vornehmen (Pass scannen und warten) sondern auch eine Email und eine Online
Identifikation (was auch immer da der Unterschied sein soll). Mit der super
langsamen, immer wieder abbrechenden Verbindung eine extrem frustrierende
Sache. Und wenn man all dies hinter sich gebracht hat, stellt man fest, dass
das nicht wie bei booking.com ist, wo man sofort eine Bestätigung
bekommt,
sondern man muss warten bis der Gastgeber antwortet. Genau das richtige wenn
man eh schon in Eile ist. Um nicht heute Abend den gleichen Ärger wieder zu
haben buchte ich gleich noch die Unterkunft für morgen und den Pausentag – was leider
nicht viel half – siehe unten. Die Bestätigung für heute Nacht erfolgte dann
aber zum Glück recht schnell. Leider sprechen die Gastgeber absolut kein
Englisch und arbeiten mit Übersetzungen aus dem Internet, die teils schwer zu
verstehen waren. Bis ich dann endgültig los kam war es bereits nach 10.
Man merkte allerdings selbst um 10 noch, dass Ciudad
Rodrigo bereits recht weit oben liegt. Es hatte erstmals als ich auf dem Rad
saß lediglich zumindest für 2 Stunden unter 30 Grad.
Aus der Stadt heraus ging es parallel zur Autobahn. Nicht
unbedingt schön aber ich kann zumindest sicher sein, dass keine zu argen
Steigungen kamen. Dadurch kam ich erstmalig wirklich rasch voran und konnte
einiges an verlorener Zeit wieder aufholen.
Die ging so lang recht gut bis sich die Straßen deutlich
verschlechterten. Das ist insofern ein Problem, als ich durch die recht
sportliche Sitzposition mein Körpergewicht mit dem Po und auch stark mit den
Armen abstütze. Wenn die Straße schlecht ist tut es an den Händen weh – lehne ich
mich mehr zurück dann am Po… Zum Glück war auch irgendwann wieder Schluss
damit.
Die Landschaft und die Straßen gefallen mir. Es ist nicht
mehr so steil aber auch nicht ganz eben. Neben der Straße bleiben Rinder und
jetzt auch Schweine meine Hauptzuschauer. Ansonsten ist es hier weiterhin sehr
leer. Anfangs gab es noch alles paar Kilometer eine Tankstelle, später dann
galt es wieder genauer zu timen wo ich wann Wasser kaufen musste. Das war
letztes Jahr an der Mittelmeerküste entlang, wo alle 10 km spätestes ein Lidl
kam, deutliche einfacher.
Von den Kilometern zwar etwas früher als sonst, durch den
späten Start aber zeitlich passend machte ich mal wieder Pause in einer Bar.
Während es draußen noch überschaubar war, ist es drinnen zur Mittagszeit in diesen
kleinen Bars oft komplett voll. Alle schreiben durcheinander und ich tue mich
dann noch schwerer überhaupt etwas zu bestellen. Dankbarer Weise war alles in
der Theke aufgereiht und ich konnte mit Fingerzeig auswählen. Zu dem, was auf
dem Foto zu sehen ist (das war die spanische Version der Schnitzelsemmel [dünnes
Schweineschnitzel mit einem Streifen eingelegter Paprika und Mayonnaise,
aufgewärmt in der Mikrowelle] sowie gevierteltes Ei mit Schinken, Ketchup und Mayonnaise)
habe ich noch ein weiteres Getränk und eine 2. Portion von dem Ei genommen. In
Summe machte dann das 6 € aus. Es fällt mir hier trotz Mittag- und Abendessen
im Restaurant und Übernachtung schwer mehr als 40 – 50 € pro Tag auszugeben.
Und weil heute der 13. Ist durfte natürlich auch die erste
Panne nicht fehlen.
Weil ich das Loch nicht finden konnte, aber auch nicht
einfach so den Reifen wieder montieren wollte und der sich dann noch sehr
schwer wieder ordentlich aufziehen lies kostete mich der Spaß rund 30 Min.
Währenddessen kam dann auch die Kuhherde einmal vorbei, um zu schauen was ich
da mache.
Schon völlig frustriert weil ich so viele Versuche brauchte,
um den Reifen aufzuziehen setze ich mich in die Gräser…. die extrem
klettenmäßig an meinem Radoutfit hängen blieben. Das ordentliche Aufziehen ist
aber deswegen so wichtig weil der Reifen sonst gerne nicht richtig auf der
Felge sitzt und das Rad dann nicht 100%ig rund ist, was man bei den schmalen
Reifen mit dem hohen Luftdruck sofort als Hoppeln bemerkt.
Sonst gab es nicht mehr viele Highlights – es ging relativ
zügig (was man auch an der wieder deutlich höheren Durchschnittsgeschwindigkeit
sieht) in Richtung Zamora.
Und dann für mich plötzlich doch etwas Unerwartetes. Wer
findet es?
Gemeint ist die Ampel. Es war mir bis dahin auch nicht
aufgefallen aber ich habe tatsächlich seit Lissabon keine Ampel mehr gesehen.
Und das ist immerhin über 500 km her. Nicht dass man sie gebraucht hätte aber
das ist schon eine enorme Distanz ohne Ampel.
Hier wohne ich nun in meinem über Airbnb gebuchten Zimmer
(das erste Mal überhaupt). Ganz genau im Kinderzimmer von Yara. Es gibt
Stofftiere, Schneekugeln und sogar ein Spanisch-Englisch Wörterbuch – hat nur
offenbar niemand gelesen.
Morgen hatte ich ja eigentlich schon in León gebucht.
Leider rief mich die Unterkunft (ein Studentenwohnheim – hatte ich genommen
weil es dort eine Waschmaschine gibt) während ich durch Zamora spazierte an und
teilte mich, dass am Montag (Feiertag nicht nur in Österreich) geschlossen ist.
Wegen eines Fehlers konnte die Buchung aber trotzdem durchgeführt werden, so
dass ich nun erneut auf die Suche gehen muss. Ich habe nun ein wenig außerhalb
vom Zentrum wieder über Airbnb gebucht. Wegen des Feiertags haben die Hotel es
mit den Preisen einfach komplett übertrieben.
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Tourdaten:
Tageskilometer: 132 km
Gesamtkilometer Tour: 512 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 23,5 km/h
Maximalgeschwindigkeit: 56,6 km/h
Höhenmeter aufwärst:
1.060 m
Höhenmeter abwärts: 1.100 m
Maximale Höhe: 977 m
Maximale Höhe: 977 m
Fahrzeit: 5:37 h
Trittfrequenz durchschnittlich: 73 upm
Trittfrequenz Maximum: 101 upm
Trittfrequenz durchschnittlich: 73 upm
Trittfrequenz Maximum: 101 upm
Ausblick auf morgen:
Es geht von Zamora nach Léon – danach ist dann erstmals ein
Tag Pause. Im Vergleich zu heute etwas mehr Kilometer und bevor die Berge
beginnen noch einmal moderater Höhenmeter
Hier wieder der Link zur morgigen Tour:
Tageskilometer: 144 km
Höhenmeter aufwärst:
520 m
Höhenmeter abwärts: 330 m
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