Heute war wieder alles anders. Die Sonne schien schon in
der Früh. So wie es aussieht (zumindest sagt das die Wettervorhersage) wird der
Vortag mein einziger Regentag bleiben. Sehr gut.
Ich startete also motiviert in den Tag und fuhr ähnlich wie
gestern am Abend auf Nebenstraßen Richtung Norden. Während es zuerst noch hin
und wieder Maisfelder neben der Straße gab, kamen irgendwann nur mehr Kiefern,
Sand und so ein Heidekraut (oder wie das auch immer heißen mag).
Es war immer das gleiche Schema; alle 5 km kam ein
Abbiegehinweis und dann ging es wieder 5 km nur in eine Richtung. Links und
rechts gab es ausschließlich Kiefernanpflanzungen. Wald kann man es kaum
nennen, weil die selbst ein Frankreich eher nicht im immer gleichen Abstand zur
gleichen Zeit zu wachsen begonnen haben können.
Und das war jetzt wirklich langweilig. In Spanien war es
teils schon nicht sehr spannend, wenn neben mir nur Felder waren aber zumindest
konnte ich etwas weiter schauen. Heute gab es eben nur Bäume. Hin und wieder
auch ein Dorf – wobei man es kaum Dorf nennen konnte – es waren eher lose
Anordnungen von Häusern, die vielfach auch schon verfallen waren.
Der komplett blaue Himmel zog stellenweise immer wieder
etwas zu und für eine ganze kurze Zeit regnete es gar minimal. Es ging weder
bergab, noch bergauf und auch Wind gab es nahezu keinen. So geht es zwar vom
Fahren her schnell voran aber die Zeit vergeht einfach nicht.
Und wenn ich in Spanien mich noch über die geringe Dichte
an Supermärkten in Spanien teilweise beschwert habe. Hier ist sie definitiv
noch geringer. Und noch dazu gibt es hier keine Tankstellen. Ich habe wirklich
keine Ahnung wo man hier einkauft oder tankt. Ich kam genau an einem Supermarkt
heute vorbei (der zum Glück am Sonntag auch geöffnet hat) und das war nach rd.
50 km.
Danach ging es genau so weiter wie zuvor – Bäume und sonst
nichts. Außer vielleicht, dass die Straßenbreite hin und wieder variierte.
Entsprechend gibt es heute auch nicht sehr viele Fotos – denn das was man auf
den Fotos sieht ist schon mehr als es in Wirklichkeit gab. Man merkt es auch an
der Länge des Textes – zu heute kann man nicht viel schreiben. Die Temperatur bewegten sich heute zwischen 20 und 30°C am Nachmittag.
Ein wenig Abwechslung gab es, als mich das Navi auf einen
Fahrradweg leitete. Jetzt könnte man denken ich freue mich darüber. Aber bei
Fahrradwegen bin ich nie so sicher, ob nicht irgendwann ein Schotterweg daraus
wird – zumal dieser ohnehin zur Hälfte (die rechte) aus Schotter. Denn
Fahrräder fahren ja so gerne über Schotter… So ging es weiter zwischen Kiefern
hindurch auf diesem im Nichts gebauten Fahrradweg. Für wie lang? 5 km natürlich
– und es blieb tatsächlich ein asphaltierter Weg bis zum Schluss.
Da mir die Strecke heute irgendwie zu kurz vorkam beschloss
ich einen kleinen Umweg zu fahren (und noch aus einem anderen Grund – den löse
ich zum Schluss auf). Anstatt wie ursprünglich geplant direkt nach Norden nach
Bordeaux zu fahren, fuhr ich eine Straße, die so schön gerade Richtung nach
Nordwesten verlief, dass ich sie schon wieder interessant fand. Damit handelte
ich mir allerdings 30 km Gegenwind ein. Man sieht es recht schön am Chart, das
die Geschwindigkeit auf nicht mehr viel über 20 km/h zurück ging.
Als ich schon zweifelte, ob es hier überhaupt irgendwo
etwas zum Essen geben könnte, kam ich an einem Wakeboard-See vorbei, der über
eine super Bar mit allerlei Speisen verfügte. Leider gab es eine Zeit lang nur
einen freien Platz. Und der war mir wegen des Sitznachbarn nicht so ganz
geheuer.
Nach dem Essen ging es weiter auf der elendig langen,
gerade Strecke. Aber hier war deutlich mehr Verkehr als zuvor und auch wenn
dies zum Fahrradfahren eigentlich nicht optimal ist. Es war doch bei weitem
nicht mehr so langweilig wie zuvor. Da ich ja Autos grundsätzlich immer
interessant finde, gab es zumindest etwas zum Anschauen.
Wie stark der Wind tatsächlich war, sieht man als ich dann
wieder nordöstlich Richtung Bordeaux fahre. Aus den knapp über 20 km/h wurden
plötzlich mit etwas Rückenwind über 35 km/h. So ging es schnell in Richtung
Bordeaux und aus den ursprünglichen 108 km wurden 136 km.
BTW: Heute erreichte ich die bisher höchste
Durchschnittsgeschwindigkeit mit 26,8 km/h und die höchste durchschnittliche
Trittfrequenz. Gleichzeit aber auch die geringste Höchstgeschwindigkeit mit nur
45,9 km/h. Da merkt man, dass es recht eben war.
Aber selbst auf solchen Etappen, auf denen sich nicht viel
tut oder wie gestern, wo ich im Regen gefahren bin. Ich denke jede Sekunde: Was
bin ich für ein glücklicher Mensch, dass ich so etwas machen kann. Ich habe keine
anderen Sorgen als etwas Gegenwind oder zu viele Bäume, etwas Regen oder
vielleicht einen langen Anstieg. Ich habe zeitlich, von der Kondition und den
Ressourcen her die Möglichkeiten nun schon zum 2. Mal eine solche Tour zu
machen. Auch wenn es mitunter sehr anstrengend ist – ich bin überzeugt, dass
ich in vielen Jahren an diese Tage zurück denken und wieder diese Texte lesen werde und denke: Was war das für
eine schöne, einmalige Zeit. Ein „Abenteuer“, das einem für immer in Erinnerung
bleibt. Noch dazu läuft dieses Mal alles ohne Probleme. Wobei ich diese im
letzten Jahr eigentlich auch nicht hatte - aber immerhin tut mir mein Knie
dieses Mal überhaupt nicht weh (letztes Jahr am 4. und 8. Tag) und auch hatte
ich bisher nur eine Reifenpanne (auf über 1.400 km) – im letztes Jahr im
Schnitt alle 500 km.
Am Abend ging ich fürs Abendessen in das Zentrum von
Bordeaux – wobei ich ein richtiges Zentrum noch nicht entdeckt habe. Ist ein
wenig verstreut hier alles. Und ausnahmsweise auch mal wieder Fotos vom Essen –
weil es so typisch für Frankreich ist.
Alle Fotos gibt es hier:
Tourdaten:
Tageskilometer: 136 km
Gesamtkilometer Tour: 1.440 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 26,8 km/h
Maximalgeschwindigkeit: 45,9 km/h
Höhenmeter aufwärts:
540 m
Höhenmeter abwärts: 690 m
Maximal Höhe: 144 m
Trittfrequenz durchschnittlich: 85 upm
Trittfrequenz maximal: 106 upm
Puls durchschnittlich: n/a
Puls maximal: n/a
Ausblick auf morgen:
Morgen ist der letzte Pausentag für diese Tour, den ich in
Bordeaux verbringen werde. Der Ausblick auf die nächste Etappe kommt daher
morgen.
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