Heute beginne ich einmal anders. Es war zwar auch
anstrengend – aber nicht so wie gestern. Eine etwas kürzere Etappe war aus
zweierlei Hinsicht eine gute Entscheidung. Einerseits weil ich von gestern
schon noch ein wenig müde war, andererseits hätte ich sonst Ciudad Rodrigo
nicht kennen gelernt.
Schon wenige Kilometer nach meinem Start in Penemacor
entdeckte ich die ersten Schilder, die nach Spanien wiesen.
Nicht lang danach passierte ich dann die spanische
Staatsgrenze und fuhr – wie im Vorjahr – in die Region Extremadura. Ich spreche
zwar kein spanisch aber für mich klingt es immer nach „sehr trocken“. Und das
ist es auch. Gleichzeitig gibt es hier wunderschön ebene und leere Straßen mit
einem breiten und sauberen Seitenstreifen.
Allerdings muss ich an dieser Stelle meine Aussagen zu den
Straßenoberflächen in Portugal, die ich letztes Jahr gemacht habe, etwas
relativieren. Bis auf kurze Ausnahmen waren auch die Straßen und Portugal sehr
gut.
Durch das Höhenprofil zur heutigen Tour war ich bereits
vorgewarnt – und je näher die Bergkette kam umso sicherer war ich mir, dass ich
genau dort drüber musste.
Und so war es dann auch. Ich nutzt den letzten Supermarkt,
der für die nächsten Kilometer zu erwarten war, um meine Wasservorräte noch
einmal nachzufüllen und eine Dose kalte Fanta zu trinken bevor es mitten durch
den Ort, elendig steil bis zur eigentlich Straße ging. Ich bin mir sicher, dass
das nicht der offizielle Weg war, komoot war aber der Meinung, dass es genau
der richtige Weg sei… So habe ich zumindest ca. 3x so viel Höhenmeter pro
Strecke gemacht wie es auf dem eigentlichen Weg möglich gewesen wären.
Und dann ging es bergauf. Mit 7-10 km/h bin ich über eine
Stunde nur bergauf gefahren – und das bei zeitweise 38°C. Es bewahrheitete sich
aber wieder, was ich mir selber immer einrede. Lieber einen langen Anstieg und
dann wieder hinunter als immer nur auf und ab. So kann ich mich darauf
einstellen und gehen es langsam und gleichmäßig an und kurbele so Kurve um
Kurve hinauf. Der Ausblick bis zurück nach Portugal war fantastisch. Es ging
dabei hinauf auf über 1100 m!
Ich habe von der Auffahrt ein Video gemacht – ich werde
versuchen es hier auch noch einzubinden.
Der Gipfel – bzw. der höchste Punkt der Straße – bildete gleichzeitig
die Grenze zur Region Salamanca.
Und dass die Straßen in Extramadura besonders gut sind
hatte ich ja schon erwähnt. Dass sie aber bereits in der Nachbarregion so
schlecht sind hatte ich nicht erwartet (man sieht den Unterschied auf dem
vorigen Foto bereits). Man war aber offenbar bereits damit die Straße zumindest
etwas breiter zu machen.
Ich habe auch von der Abfahrt wieder ein Video gemacht (es ist nur das Vorschaubild verkehrt - das Video passt). Mit 50 – 60 km/h über eine
derart unebene Straße zu flitzen ist mit einem Rennrad – noch dazu mit Gepäck –
nicht einmal so harmlos - ich bin aber nicht so nah an dem Auto vorbei wie es auf dem Video aussieht. Es wurde etwas später glücklicherweise auch wieder
besser.
Was es nur überhaupt nicht gab waren Restaurants, Supermärkte
oder zumindest Tankstellen, die mich sonst verpflegt haben. Ich hatte gestern
als ich am Nachmittag endlich einen Supermarkt gefunden hatte mit hungrigen
Augen etwas zu viel gekauft. So blieben mir für heute noch eine Erdbeermilch,
ein riesiger Pfirsich und eine Apfeltasche. Wasser hatte ich noch etwas Reserve
auf den Gepäcktaschen festgeschnallt (immer noch mit dem tollen Gummiband, das
ich letztes Jahr in Italien gefunden habe und sich nun schon unzählige Male
bewährt hat).
So wurde es dieses Mal kein Supermarktparkplatz oder Cafe,
in dem ich meine Pause machte sondern ein Ort irgendwo auf halber Strecke. Es
gab Steinbänke im Schatten – und als dann noch ein kleiner Spanier anfing
Gitarre zu spielen wurde es richtig chillig.
Ich legte mich also gemütlich auf meinen Trinkrucksack und
döste etwas…. Bis plötzlich mein Rücken nass war. Es wäre kein Fehler gewesen
das Ventil vom Trinkrucksack zu zu machen. Bei der Wärme trocknet aber ohnehin
alles recht schnell.
Um einmal wieder ein wenig einzustreuen was in dieser
Gegend landwirtschaftlich passiert. Hier werde Rinder gehalten.
Was es aber weiterhin nicht gab war eine Tankstelle. Dabei
freue ich mich immer so auf meine Dose mit eiskalter Cola. Es gibt irgendwann
immer einen Zeitpunkt – da bringt das Wasser einfach nichts mehr. Ich bekomme
dann das Gefühl, dass ich nur immer durstiger werde je mehr ich von dem Wasser
trinke. Wahrscheinlich ist es sogar besonders gesund wenn das Wasser warm ist,
es schmeck aber einfach nicht mehr und der Zucker fehlt. Und es wird, da ich am
Nachmittag die Sonne auf dem schwarzen Rucksack habe und selber von der anderen
Seite mit meinem Rücken heize, schon seeeeehr warm. Deswegen trinke ich
zusätzlich zu den – für meine Verhältnisse Wassermassen (im Büro trinke ich
tagsüber meist überhaupt nichts) – noch zusätzlich am Tag ca. 1,5 Liter kalte
Softdrinks.
Wie schon eingangs erwähnt – ich merkte die kürzere Distanz
heute. Gegen Ende hin ging es noch dazu leicht bergbar und der Gegenwind wurde
zumindest hin und wieder zu einem Rückenwind.
Ciudad Rodrigo war bereits aus einiger Entfernung erkennbar
und ich freute mich schon darauf erstmalig auf dieser Reise in einem echten Ort
zu sein, in dem ich vor/nach dem Essen mir noch etwas anschauen könnte.
Das angenehme hier – zurück in der MEZ Zeitzone ist, dass
es selbst um 21:48 noch ein wenig hell ist. So kann man den Abend noch sehr gut
nutzen. Es ist jetzt 22:00 und ich sitze während ich diesen Post vorbereite auf
dem Hauptplatz in einem Restaurant, dass während ich hier sitze immer voller
geworden ist. Ich muss mich erst wieder daran gewöhnen, dass so früh wie ich
(20:30) hier niemand essen geht.
Hier die Fotos der 2. Etappe:
Tageskilometer: 95,7 km
Gesamtkilometer Tour: 385 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 18,9 km/h
Maximalgeschwindigkeit: 64,8 km/h
Höhenmeter aufwärst: 1.340 m
Höhenmeter abwärts: 1.190 m
Fahrzeit: 5:01 h
Ausblick auf morgen:
Es geht von Ciudad Rodrigo nach Zamora. Wieder mehr
Kilometer als heute, dafür weniger Höhenmeter.
Hier wieder der Link zur morgigen Tour:
Tourdaten:
Tageskilometer: 131 km
Höhenmeter aufwärts: 820 m
Höhenmeter abwärts: 800 m
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